Work in progress

Grafische Leckerlis werden kommen

Am letzten Wochenende war das Fanfest in Reykjavík. Etliche EVE Piloten zog es aus allen Teilen der Welt ins windige Island, um ein Wochenende mit Gleichgeschwachsinnten zu verbringen, auf Panels zu gehen und sich die CCP Devs mal aus der Nähe anzuschauen. Ich selbst war 2016 und 2017 auf dem Fanfest in Island und hatte dort meinen Spaß. Im Jahre 2020 wollte ich noch mal hin, aber dann machte mir Covid-19 einen Strich durch die Rechnung. Dieses Jahr fand das Fanfest nach der “World Invasion Tour” dann endlich wieder in seinem Heimatland – Island – statt. Dieses mal jedoch nicht wie sonst in der Harpa, sondern in der Laugardalshöll arena, wo die ersten Fanfests vor der Harpa schon stattgefunden hatten.

Das Fanfest beginnt traditionell mit der Keynote, welche normalerweise vom CCP CEO Hilmar Veigar Pétursson eingeleitet wird. Während der Keynote stellt CCP dann kommende Neuerungen für EVE Online vor. Ich erinnere mich noch gut an 2016, als die neuen Zitadellen mitsamt dem Trailer “Wrecking Machine” vorgestellt wurden. Die Harpa hatte gebebt und CCP musste den Trailer mehrfach abspielen. Die Leute waren total aus dem Häuschen und der Applaus war riesig. Bis heute ist “Wrecking Machine” einer meiner Lieblings-Songs der Permaband.

Nachdem CCP vor kurzem die Preise für EVE Online erhöht hatte und sich CCP Paragon auf dem EVE Dicord dazu hinreißen ließ zu verkünden, dass zum Fanfest das wohl größte Content-Update in der Geschichte von EVE Online veröffentlicht werden würde, waren die Erwartungen an die diesjährige Keynote entsprechend hoch.

Am Freitag war es dann soweit. Der Twitch-Kanal war brechend voll und die Show begann. Das was wir dann in den kommenden Stunden zu hören bekamen, sorgte nicht bei allen Zuschauern für Grund zur Freude. Die Leute hatten ein großes Content-Update erwartet. Bekommen haben sie stattdessen jedoch nur einen bunten Sack kleinerer Änderungen und einen großen Strauß “Work in progress”. Die Stimmung kippte im Chat sehr schnell und auch mir dämmerte langsam, dass da nicht mehr viel kommen würde.

Ich könnte den ganzen Kram natürlich jetzt wiederkäuen, aber ganz ehrlich denke ich, dass ihr selbst am besten bei der Quelle rein schaut und euch selbst davon überzeugt, was alles kommen soll. Soll deswegen, weil das meiste von den angekündigten Änderungen sich entweder noch in der Findungsphase oder in der Umsetzung befindet.

  • Factional Warfare wird eine Überarbeitung bekommen
  • Allianz Logos und grafische Erweiterungen auf Schiffen und Strukturen
  • Einführung von “InterBus Credits”
  • Eine neue Exploration Arc (ab Herbst 2022)
  • NPE wird weiter verbessert und erweitert
  • Komplettes Rebalancing der Skills
  • Abschaffung der Char-Attribute
  • Kompletter Overhaul der Implantate
  • EVE Client auf Spanisch (Ole)
  • Eine Schnittstelle vom EVE Client zu Microsoft Excel
  • Support für DirectX 12 und dadurch verbesserte Grafik-Effekte

Leider ist das meiste davon “Work in progress” und hat noch kein Deploy-Datum. Es wurde zum Teil auch nur vage erwähnt dass einige Dinge wohl im Herbst 2022 bzw. im kommenden Jahr kommen werden.

The unannounced Shooter formerly known as Project: Project

Darüber hinaus erwähnte Hilmar Veigar Pétursson noch dass das London Studio an einem unangekündigten Ego-Shooter im EVE Online Universum arbeite. Mehr als diese o.a. Konzept-Bild gab es leider nicht zu sehen. Ich persönlich musste glucksen, denn die Ankündigung eines FPS scheint schon langsam irgendwie zu einem Running-Gag zu werden. Nach Dust 514 – der Totgeburt auf der PS3 – kündigte man “Project: Legion”, einen First Person Shooter an. Dieser wurde dann irgendwann sang und klanglos eingestampft. Im Jahre 2018 versuchte man es dann noch einmal und kündigte “Project: Nova” an, nur um es dann im Jahre 2020 wieder zu kassieren.

Ich unke in meinen Streams ja immer über CCP und deren Ambitionen, einen FPS im EVE Universum zu produzieren. Dennoch bin ich gespannt, ob sie es dieses mal die die Reihe bekommen oder ob auch “The unannounced Shooter formerly known as Project: Project” irgendwann das Klo hinunter gespült werden wird. Ich hatte ein wenig das Gefühl, dass man so wenig für die Keynote hatte, dass man einfach mal den Shooter erwähnt, damit einem die Leute nicht komplett sauer werden.

Alles in allem bekommen wir jede Menge sehr kleine Änderungen in den kommenden Monaten. Zusammengenommen sind die sicherlich eine Keynote wert, aber wenn man jede einzeln umsetzen würde, hätte man das ganze auch in ein paar Devblogs posten können. Dafür muss man nicht bis zum Fanfest warten. Zumal das meiste bestenfalls Work in progress ist und bei anderen Dingen nicht mal klar ist, ob und wie sie umgesetzt werden. Auf mich machte die Keynote den Eindruck, als hätte man hastig irgendwelchen Krempel zusammengekramt, damit man etwas zum zeigen hat. Die Änderung auf DirectX12 ist IMHO zum Beispiel eine Notwendigkeit und kein neues Feature.

Die Abschaffung der Character-Attribute, die Überarbeitung der Skills und Implantate, sowie die längst überfällige Überarbeitung des Factional Warfare begrüße ich sehr. Dennoch haut mich das nicht aus den Socken. Ich kann genau so gut ohne Allianz-Logos auf meinen Schiffen umher fliegen. Wenn es kommt, finde ich das ganz nett. Lebenswichtig ist es für mich aber nicht.

Insgesamt fiel mir auf, dass man sehr viel Zeit damit damit verbrachte, sich für die bereits eingeführte New Player Experience selbst auf die Schulter zu klopfen. Gefühlt zwei Tage lang wurde in sämtlichen Vorführungen nur über die NPE – die sicherlich toll ist – gesprochen. Das ist alles schön und gut, aber auf dem Fanfest sind meist Veteranen anzutreffen und keine Menschen, die erst noch planen EVE zu spielen. Das sorgte bei dem ein oder anderen Veteranen dann auch für massive Verstimmung, die sich auch dann im Twitch-Chat entlud.

Was mir dieses Jahr massiv aufgefallen ist: Der Twitch Chat war extrem toxisch. Es kam so gut wie kein positiver Kommentar. Es machte echt keinen Spaß den Chat zu lesen und irgendwann habe ich ihn auch ausgeblendet. Auf Reddit hat einen Tag später dann auch gleich der komplette Baum gebrannt. Die Leute hatten aufgrund der Aussage von CCP Paragon ein großes Content-Update erwartet. Bekommen haben sie eine Menge “Work in progress” und keinen neuen Content.

Über CCP werden seit dem tonnenweise Spott und Häme aus gekippt. Ob zurecht oder nicht, kann ich nicht sagen. Da muss sich jeder selbst seine Meinung bilden. Ein Dude auf Facebook hatte es mal ganz gut zusammengefasst: Ich spiele EVE, solange es mir Spaß macht. Da ist es mir egal, was CCP macht.

Dem schließe ich mich an…

Links
Twitch Fanfest Day 1: KLICK
Twitch Fanfest Day 2: KLICK
Fanfest is here: KLICK
Twitch Eshtir und Neo reagieren auf die Keynote: KLICK
Keynote Zusammenfassung: KLICK
Der neue First Person Shooter: KLICK
Video zum FPS Project Legion: KLICK
Video zum FPS Project Nova: KLICK

Alles wird teurer. Auch EVE.

CCP erhöht die Preise für EVE Online

Wer dieser Tage an der Tankstelle seinen Diesel volltanken möchte, tut dies meist nur wenn er ein Taschentusch dabei hat, in welches er beim tanken leise hinein weinen kann. Bei mir hat sich zum Beispiel der Gaspreis verdoppelt. Adios Gehaltserhöhung, kann ich da nur sagen. Die wandert direkt in die Heizung. Zum Glück gibt es die Globale Erwärmung. So muss ich nicht mehr durch den ganzen Winter heizen. Blöd ist nur, dass Pommes Frites und Döner zum Luxus-Mampf verkommen, weil sich der normalo Bürger kein Pflanzenfett mehr leisten kann.

Neben den Preisen für Treibstoff steigen leider auch die Kurse für ganz banale Sachen. Die Preise für Pflanzenöl, Butter, Brot und andere Dinge des täglichen Lebens , über die man sich echt nie einen Kopf gemacht hat, explodieren ins unermessliche.

Mit anderen Worten: Unser Leben wird gerade so richtig teuer.

Durch den Ausschluss Russlands aus dem SEPA Verfahren stehen nun tausende Russen vor der Herausforderung, wie sie EVE Online weiter spielen können. Einige verheizen zur Zeit eingelagerte Assets, um sich mit PLEX über Wasser zu halten oder bemühen Freunde im europäischen Ausland, für sie den Kauf von Spielzeit zu tätigen. Andere schmeißen das Handtuch und geben auf. Am Ende bedeutet das Embargo gegen Russland aber auch einen Wegfall von Einnahmen für CCP. Die russische Playerbase stellt einen großen Teil der europäischen Spieler dar. Ich kann mir denken, dass das auch in Island zu dem ein oder anderen langen Gesicht in der Buchhaltung geführt hat.

Die gestiegenen Kosten gehen natürlich auch nicht an einem Unternehmen wie CCP vorbei. Gut, der Strom in Island dürfte günstig sein, aber Island ist eine Insel, die eine Menge Krempel für das tägliche Leben importieren muss. Damit wären wir wieder bei gestiegenen Treibstoffkosten. Am Ende ist mal also auch in Island nicht sicher vor den Dingen, die in der Welt so geschehen.

To continue investing in EVE Online’s evolution and growth, and to realize our mission of EVE Forever, we are updating the price of all existing Omega and PLEX. This adjustment reflects global trends impacting general production costs and accounts for years of inflation, amending the 1-month USD subscription rate for the first time since 2004. These adjustments will have an impact on other currencies.

Der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten. Quelle: Twitter

Gestern platzte dann die Bombe und bei so manchem EVE Spieler lag das Nutellabrot mit der Schokoseite nach unten auf dem Boden. CCP gab bekannt, dass sie zum 17.05.2022 die Preise für Omega-Zeit “aktualisieren” werden. Ich muss immer wie ein kleines Mädchen kichern, wenn ich die “Business-Speech” von CCP lese. “Aktualisieren” bedeutet natürlich “Wir haben die Preise erhöht”. Genau so wie man sagt “Wir haben das Spiel für euch interessanter gestaltet”, wenn man etwas zum Nachteil der Spieler ins Spiel patcht. Beispiel: Materialien zum Bau eines Battleships. Irgendwie erinnert mich die CCP Business-Speech ein wenig an Immobilien-Inserate.

“Verkehrsgünstig gelegen” = Haus steht direkt an der Autobahn
“Rustikaler Charme” = Unrenovierte Bruchbude aus den Dreißigern.
“Familienfreundlich” = Nebenan steht eine Grundschule. Sie brauchen keinen Wecker.

Nach der “Aktualisierung” der Preise ließ der Shitstorm in den sozialen Medien nicht lange auf sich warten. Im offiziellen Forum von EVE Online kamen die üblichen “Ich unsubbe meine 98 fantastilliarden Accounts EinsElf!!11!!” und “EVE is dying” Posts. Auf Twitter ging auch direkt die Post ab. Auf Reddit habe ich noch gar nicht nachgeschaut, aber ich wette dass da auch gerade schon der Papst im Kettenhemd boxt und die MEME-Druckerpresse mit 18.000 Umdrehungen rotiert.

Mir persönlich stellte sich die Frage: Ist die Preiserhöhung wirklich so schlimm? Aktuell kosten 12 Monate Omega bei CCP stolze 131,40 EUR. Der neue Preis wird aktuell nur in US Dollar mit 149,90 USD angegeben. Da CCP aber bekanntlich zu faul ist Kurse umzurechnen, wird man einfach das USD durch ein EUR ersetzen und es wie immer rotzfrech und ohne Scham so in den EVE-Store schmeißen. Man kann also davon ausgehen dass 12 Monate Omega in Zukunft 149,90 EUR kosten dürften.

Pro Tipp: Kauft die Omega-Zeit nicht bei CCP, sondern bei Markee Dragon. Bei Markee Dragon kann man in USD bezahlen. Und schon werden so aus 131,40 USD dann gerade mal 127 EUR.

Für jemanden, der 12 Monate abonniert ist das also eine Preiserhöhung von 18,50 EUR. Ein schlapper Zwanziger im Jahr. Eigentlich nicht der Rede wert, wenn man bedenkt welches Klientel in der Regel EVE Online spielt. Wir sind alle keine 20 mehr und müssen – so unterstelle ich jetzt einfach mal – nicht jeden Cent zwei mal umdrehen. Wenn man nur einen Account hat, ist das also zu verschmerzen. Wenn man 10 hat… naja… dann hat man jetzt ein Problem.

Die Preisstaffelung bei CCP ist so aufgebaut, dass man weniger zahlt wenn man mehr Zeit kauft. Wenn man also nur einen oder drei Monate kauft, zahlt man effektiv sehr viel mehr Geld, als wenn man 12 Monate kauft. Bei einem monatlichen Kauf betrifft die Preissteigerung satte 34%. Ein Monat kostet nach der neuen Preistabelle dann zum Beispiel 19,99 EUR anstelle von 15,95 EUR. Drei Monate kosten dann auch 47,98 USD (wahrscheinlich das selbe in EUR) anstelle von wie jetzt 38,85 EUR.

Bislang kann man nur 1, 3, 6 oder 12 Monate kaufen. In Zukunft kann man 1,2,3,4,6,12 und 24 Monate Omegazeit kaufen.

Quelle: Twitter

Hätte CCP die Preiserhöhung letztes Jahr durchgeführt, wäre das wahrscheinlich nicht so krass gewesen. Aber jetzt, wo die Leute von echt allen Seiten mit Preiserhöhungen bombardiert werden, schlägt die Sache natürlich auch etwas höhere Wellen. Wenn man durch Twitter und das EVE Forum scrollt ist der größte Vorwurf dass man die Preise erhöht, ohne etwas neues dafür zu bieten. Der Spruch am Ende der “News” auf der CCP Website “The new prices on Omega include all upcoming content releases for the game” macht die bittere Pille auch nicht süßer, denn das war schon immer so.

Was das Thema “Content” angeht, so muss ich da auch ein wenig Salz in die Wunde streuen. Mir gehen diese ewig gleichen Events auch auf der Sack. Ich kann Abyssal-PVP und <InsertRandomNPC> Gala Sites nicht mehr sehen. Und die jährliche Eierjagd geht mir auch auf die … naja … Eier. Irgendwie fühlt sich ein Event an wie das Event davor. Man lackiert das Schweinchen einfach um und lässt es wieder auf die Leute los.

Die letzte große Sache war damals die Einführung der Zitadellen. Seitdem fummelt man gefühlt total planlos an tausend Stellen herum, macht dabei manche Dinge schlimmer als sie vorher waren und kotzt inflationär Skins und Events in das Game.

Dieses Jahr gibt es ja endlich wieder ein Fanfest. In der Vergangenheit nutzte man das Fanfest immer dazu, um grandiose neue Dinge anzukündigen. Ich hoffe dass CCP dieses Jahr was geiles im Köcher hat. Zumindest würde es bei mir den Schmerz der Preiserhöhung etwas lindern.

Nachtrag 23.04.2022
Wie vermutet hat man die USD Preise einfach 1:1 in EUR umgelabelt. Während man für 12 Monate Omega 149,90 USD bezahlt, zahlt man als Europäer locker 149,90 EUR. Die deutsche Preisliste findet ihr hier: KLICK

Den Infos nach ist de Grund, dass bei den USD Preisen in den USA die Steuern noch nicht drauf sind. Bei EUR Preisen aber wohl schon. Dennoch kommt man mit Bezahlung in USD günstiger weg.

CCP Paragon redet auf dem EVE Discord über die Preiserhöhung und sagt auch etwas über ein massives Content-Update, welches auf dem Fanfest bekanntgegeben werden wird. Den Mitschnitt kann man HIER anhören. Auf Reddit brennt wie bereits vermutet der Baum. Kann man alles HIER nachlesen.

EVE unter Linux mit Steam

Im Jahre 2019 habe ich von Windows 10 auf Linux gewechselt und bin seitdem ein glücklicher Linux-Benutzer. Windows 10 vermisse ich gar nicht mehr und mit Windows 11 möchte ich mich gar nicht erst beschäftigen. Wenn man allerdings unter Linux spielen möchte, muss man über die ein oder andere Hürde springen. Aber keine Panik: Fast alles ist machbar. Auch das spielen von EVE-Online.

Gerade für das Gaming unter Linux empfiehlt sich POP OS von System 76, da es alles schon vorinstalliert hat, was das Gamerherz so benötigt. Es kann jedoch auch jede andere Distribution genutzt werden. Ich bin seit ca. zwei Jahren sehr zufriedener POP OS Nutzer. Frischen Windows-Umsteigern würde ich diese Distribution ans Herz legen.

Die Installation von EVE Online war ein ziemliches Gefummel. Prinzipiell gab es zwei Möglichkeiten. Entweder man verwendete einen Linux Launcher von CCP Snorlax. Dieser war ein Abfallprodukt des Mac Launchers, welcher ebenfalls unter WINE ausgeführt wurde. Seitdem der Mac aber einen eigenen nativen Client hat, benötigt man kein WINE mehr und so ist dann auch der Linux Launcher verwaist. Er war ohnehin nie ein offizielles CCP Produkt. Um EVE Online mit dem Linux Launcher spielen zu können, musste man aber dann noch manuell WINE, DVXK etc. ans laufen bekommen, was ab und an ein ziemliches Gefummel war.

Manchmal geht es so einfach…

Alternativ konnte man EVE Online über Lutris.net installieren. Dort bekam man quasi alles fertig verpackt per Mausklick geliefert. Nachteil: Manchmal fliegt einem alles um die Ohren. So geschehen letztes Jahr, als ein Launcher Update den Launcher platt machte und er nicht mehr unter Lutris mit WINE lief.

Eine lange Zeit war also die Fummel-Installation mit dem Linux-Launcher, WINE und DXVK die einzige Möglichkeit EVE zu spielen. Es war aber nur eine Frage der Zeit, bis ein Update den mittlerweile verwaisten Linux-Launcher von CCP Snorlax lahm legt. Irgendwann war es so, dass man kein Login Interface mehr sehen konnte. Stattdessen rotierten die CCP Logo-Bälle im Linux Launcher munter vor sich hin. Man konnte nichts mehr anklicken und somit auch nicht mehr einloggen. Es musste also eine Alternative her. Somit waren beide Versionen am Ende. Die Lutris Installation und die Linux-Launcher-Installation waren beide dem Tode geweiht. Die Alternative heißt: Steam von Valve.

Steam verwendet “Proton”. Ein Pendant zu WINE. Proton wird sehr gepflegt und ist immer up-to-date. Das Ausführen von EVE Online per Proton ist absolut kein Problem und man muss vor allem nicht mehr “fummeln”.

Alles was ihr zur Installation von EVE Online unter Steam benötigt ist ein funktionelles Linux Betriebssystem und einen Steam-Client mitsamt einem Steam-Account. Keine Sorge: EVE Online kann man kostenlos auf Steam herunterladen.

Schritt 1: Steam Einstellungen

Wie kam ich eigentlich auf Steam? Nun, ich erinnerte mich dass EVE Online auch via Steam verfügbar ist. Unter Windows ist das kein großes Ding. Da ich aber schon mit Steam unter Linux sehr gute Erfahrungen gemacht hatte, dachte ich mir “Warum eigentlich nicht?”. Andere Games wie Cyberpunk 2077, Elite Dangerous und viele andere Titel laufen dank Proton total sauber unter Linux. Wieso also nicht auch EVE Online? Dank Proton sollte das kein Problem sein.

Als erstes muss man jedoch in Steam die Option einstellen, dass alle Titel per Steam Play mit “Proton Experimental” ausgeführt werden. Das geht über die Einstellungen. Wenn man diesen Haken gesetzt hat, kann man EVE Online im Shop kostenlos herunterladen, ohne dass man die Meldung bekommt, dass der Titel für die falsche Plattform wäre.

Schritt 2: Eigentschaften von EVE Online

In den Einstellungen zu EVE Online (Rechtsklick auf EVE Online und dann auf Propertys klicken) setzt ihr einfach unter dem Menüpunkt “Compatibility” die Checkbox “Force the use of a specific Steam Play compatibility tool” auf gecheckt. Dieser Schritt ist zwar nur optional, aber Proton Experimental ist meiner Erfahrung nach der aktuell beste Runner für die Games. Ich starte alle meine Steam Games mit Proton Experimental. Bislang ohne Probleme.

EVE Online Launcher per Steam gestartet

Danach könnt ihr EVE Online einfach aus Steam heraus starten. Jeder Steam Account legt euch auch automatisch einen neuen EVE Account mit eurer Steam ID an. Ich habe den einfach so stehen lassen und nicht benutzt. Stattdessen habe ich Neovenator und Kel Rashem manuell hinzugefügt und dann das Game vom Launcher aus gestartet.

Bamm – EVE Online ohne Fummelei auf 100FPS

Das Ergebnis: Ein total ruckelfreies EVE Online mit allem Zipp und Zapp und ganz ohne Fummelei. Proton macht einfach einen geilen Job und dank des Steamdecks von Valve, welches ja unter Linux läuft, wird es auch schön fleißig weiter entwickelt. Nach all dem Stress der Fummel-Installationen über Lutris und mit dem Linux-Launcher ist das über Steam echt eine erfrischende und tolle Sache. Dass ich da nicht eher drauf gekommen bin. Unfassbar dass manchmal die ganz leichten Dinge direkt vor der eigenen Nase liegen.

P.S.: Man muss nicht unbedingt Steam verwenden. Man kann Proton auch nativ nutzen. Ich habe mich allerdings mit der nativen Nutzung von Proton noch nicht auseinandergesetzt. Da ich all meine Games – mit Ausnahme von Star Citizen – unter Steam laufen habe, juckt es mich aktuell auch nicht in den Fingern, es mal mit Proton ohne Steam zu versuchen.

EVE Online auf M1

EVE Online auf einem MacBook Air? Kann das gut gehen?

MacBooks und zocken. Eine Geschichte voller Missverständnisse. Seit Jahren bin ich nun schon beruflich im Außendienst und somit viel “Auf Achse”. Mein Problem war immer, dass ich aus dem Hotel einfach nie zocken konnte. An EVE Online oder andere Games war auf meinem Arbeits-Laptop einfach gar nicht zu denken. Also war ich unter Umständen über Wochen nicht online, weil ich in Projekten steckte. Meinen Gaming PC konnte ich natürlich nicht so einfach unter den Arm klemmen und damit los ziehen.

Eine Zeit lang hatte ich einen 17″ Alienware Gaming-Laptop, aber das Teil wog knappe 6Kg und benötigte ein fettes Netzteil. Auf Akku hielt das Moped gerade mal 45 Minuten durch. Wenn man sich mit dem dicken Klopfer ein paar mal durch die Security am Flughafen gequält hat, fällt man schnell die Entscheidung dass man so dringend im Hotel nicht zocken muss. Der Alienware fristete dann eine Weile sein Dasein als Desktop-Replacement, bis er dann meinem damals neuen Rechner weichen musste.

Eine Keepstar in 60FPS mit allen Details auf High. Das geht!

Zum Netflixen und surfen habe ich zumindest immer ein MacBook Air dabei. Die Mopeds sind ultra flach, wiegen nicht mal ein Kilo und sehen dazu noch super sexy aus. Wenn Apple etwas kann, dann Dinge sexy aussehen lassen. Leider sind Apple-Rechner ziemlich teuer und dazu auch keine Performance-Wunder. Gerade das MacBook Air war eher dafür da, um im Flugzeug ein paar Excel Tabellen durch die Gegenzu schieben, E-Mails zu verfassen oder in Word herum zu spielen. Die Teile sind genau dazu super.

Nur nicht zum zocken. EVE konnte man zwar darauf spielen, aber nur wenn man im Potato-Mode unterwegs. Meist stellte der verwunderte Air-besitzer fest, dass das teil tatsächlich einen Lüfter hat, welcher auch sehr hysterisch durch die Gegend föhnen kann. Ab und an hatte ich beim EVE spielen die Angst, dass das Air gleich vom Tisch propellert und durch das Fenster in die Freiheit fliegt. Irgendwann hat man davon dann die Nase voll und lässt das spielen auf dem Ding sein. Also bleibt nur Binge-Watchen irgendwelcher Serien. Irgendwann hat man aber alles in Netflix, Disney+, Prime und AppleTV+ geschaut und dann werden die Abende im Hotel doch recht fad. Man will doch irgendwie zocken.

Irgendwann kam Apple dann auf die Idee adieu zu Intel zu sagen und eigene Prozessoren in seine MacBooks einzubauen. Und auf ein mal stand die Welt kopf. Die auf ARM-Technologie basierende Prozessoren, die Apple auch schon erfolgreich in seinen iPhones einsetzte, brachte man nun in die Macs. Der M1 Prozessor wischt – zumindest in einem Mac – mit einem Intel Prozessor regelrecht den Boden. Aus einem MacBook Air mit M1 Prozessor wird so ein Biest, dass es ein MacBook Pro mit Intel i7 Prozessor locker stehen lassen kann. Es kommt natürlich auf den Einsatzzweck an. Der Wunsch, mein lahmes i3 MacBook durch eines mit M1 aufzurüsten wuchs an, aber noch konnte ich den Kaufdrang unter Kontrolle halten. Außerdem war da noch Frau Neovenator, die mich sicherlich fragen würde, ob ich noch alle Latten am Zaun habe, wenn ich mir ein neues MacBook zulegen will. Ich wollte keinen Wardec mit Wife-Aggro. Also habe ich es erst mal gelassen.

Die Settings können sich für ein MacBook Air echt sehen lassen.

So ziemlich zur selben Zeit kam man dann aber bei CCP auf die glorreiche Idee dass man doch auch einen nativen MacOS Client entwickeln und somit die Vorzüge der Apple eigenen Schnittstellen nutzen kann, anstatt einen gefriemelten Windows-Client über Wine laufen zu lassen. Man machte sich ans Werk. Es gab einen Beta Test und Leute wie Rixx Javix waren total aus dem Häuschen. So kam es, dass das MacBook mit M1 Prozessor auf ein mal wieder auf meiner Wishlist auftauchte. Frau Neovenator legte derweil schon mal das Nudelholz griffbereit.

Der Kaufimpuls war wieder da. Ich elendes Konsum-Opfer hing am Haken der Industrie. Es wird wieder eine Zeit nach Corona geben. Ich werde wieder viel unterwegs sein und da möchte ich zumindest ab und an mal aus dem Hotel ein wenig zocken. Ein neues MacBook war also richtig und wichtig. Wie leicht man sich doch neue Hardware schön reden und einen Grund erfinden kann, warum man das neue Teil haben muss. Nachdem ich mir ein review von “Spiel und Zeug” auf Youtube angeschaut hatte, war mein innerer Schweinehund überredet und ich war weich geknetet für den Kauf eines MacBook Air.

Nur ein neues sollte es nicht werden. Das hätte mir definitiv ein Andockverbot bei Frau Neovenator eingehandelt. Vom Nudelholz will ich gar nicht erst anfangen. Außerdem kredenzt diese Frau mein Abendessen. Mit der will man es sich einfach nicht verscherzen. Es sei denn, man pennt gern auf der Couch und isst Ravioli aus der Dose. Sie war aber milde gestimmt und kompromissbereit. So kam es, dass ich mir ein aussuchen konnte, ohne einen Wardec zu riskieren. Also schoss ich mir über eBay Kleinanzeigen ein MacBook Air aus dem Jahr 2020 mit M1 Prozessor. Heute war dann der Tag der Wahrheit. Würde EVE darauf laufen oder waren die den Mac Client lobenden Tweets von Rixx Javix allesamt nur Schall und Rauch?

Sieht echt schön aus. EVE auf dem Mac.

Der Client startete so schnell wie nie. Ich loggte ein und dann war ich erst mal baff. Alle menüs sind sehr responsiv. keine Verzögerungen und nichts. EVE fühlt sich genau so flüssig an wie auf meinem Gaming-PC mit meiner RTX 3080. Bei 2048×1280 Pixeln auf 60FPS mit allen Details auf HIGH läuft der Client butterweich. Das kann sich auf einem MacBook Air aber mal echt sehen lassen. Jetzt kann ich endlich EVE Online spielen, wenn ich mal im Hotel wieder Langeweile schiebe.

Die Framerate blieb recht konstant. Ich habe leichte Frameeinbrüche damit kompensiert, indem ich das Anti-Aliasing deaktiviert habe. Das braucht man auf einem 13″ Bildschirm eh nicht, weil man eh kaum Kanten sieht. Der erste Eindruck ist jedenfalls bombastisch. Wenn man bedenkt, dass ein MacBook Air – eigentlich – die unterste Leistungsgruppe bei Apple ist, ist das was das Teil hier abliefert echt genial. Gewöhnungsbedürftig ist die seltsame Bildschirm-Auflösung vom MacBook Air in 13″. Es hat ein Display mit 2560×1600 Pixeln. Ich habe den EVE Client auf 2048×1280 gestellt. Ansonsten braucht man schnell eine Lupe, selbst wenn man das UI hochskaliert. Aber selbst in der höchsten Auflösung bleibt die Framerate stabil. Als nächstes werde ich das MacBook mal per Dockingstation an mein 24″ Display klemmen und schauen, wie EVE sich auf dem Big Screen macht.

Für Außendienstler mit dem entsprechenden Budget und einer Vorliebe für EVE Online kann ich sagen: Ganz klare Kaufempfehlung. Das M1 MacBook Air stemmt EVE problemlos, ohne dabei Schnappatmung zu bekommen und man muss auch nicht auf die schöne Grafik verzichten.

Jetzt muss CCP sich nur noch an einen Linux-Client setzen und dann bin ich offiziell ein Fanboy.

Zwischen Frust und Faszination

Planlos im Weltall – Für den Neo nichts neues.

Seit dem 13.01.2022 haben wir nun die Interstellare Konvergenz. Platt ausgedrückt haben sich das EVE Online Universum und das Dr. Who Universum ineinander verschränkt. An manchen Stellen kann man diese Verschränkungen betreten und jeweils an Items aus dem anderen Universum gelangen. Dazu muss man aber erst mal das passende Filament haben und die Dinger wachsen mal nicht am Buchsbaum in Nachbars Garten. Also hat man sich im CCP Grind-Department hingesetzt und nachgedacht, wie man aus dem Event einen Spaß für die gesamte Familie machen kann. Die Lösung war schnell gefunden: Relic-Sites, hacken, grinden und viel Zeit investieren.

Das ganze funktioniert genau so, wie das hacken einer handelsüblichen Relic-Site, wie wir sie schon kennen. Man rückt mit einem Scanschiff wie z.B. einer Astero und einem Relic-Analyzer aus und macht sich auf den Weg. In diesen Relic Sites finden wir die Bauteile für verschiedene Filamente, welche uns den Zugang zum Dr. Who Universum ermöglichen. Diese gliedern sich auf in Erkundungs- und in Kampf-Filamente. Das ganze jeweils von Tier 1 bis Tier 4. Am Ende müsste es bedeuten, dass es insgesamt acht Filament-Arten (4 für jede Sparte) geben müsste. Bei Exanos habe ich allerdings soeben gelesen, dass es nur 7 sein sollen.

Wenn man dann eines der Filemante verwendet, wird man dann ähnlich wie bei den Triglavian Abyssal Pockets in eine “eigene Instanz” verschoben. Man bewegt sich genau wie im Triglavian-Abyssal in einer Blase. Darin kann man dann wahlweise je nach genutztem Filament hacken oder kämpfen. Ist man fertig, nimmt man den Ausgang in den Normalraum. Die Zeit ist auf 30 Minuten limitiert. Hat man dann den Ausgang nicht genommen, heißt es: Adieu Schiff und Adios Ladung. Also immer fein auf die Uhr achten.

In T1 Sites ist die Zeit noch nicht das Problem. Ab T2 wundert man sich dann, wie schnell die Zeit vergehen kann. Um etwas Zeit zu sparen kann man lokale Phänomene (blaue und rote Symbole im Overview) nutzen um sein Schiff zu beschleunigen oder zu verlangsamen. In den Filament-Sites findet man dann auch meist etwas höherwertiges Loot und die Filament BPC für jeweils höhere Sites.

Ergo: Let the Grind begin!

Endlich T2 Filamente – Das wurde aber auch Zeit

Neben jeder Menge Krempel bekommt man so die BPC für die Filamente und die Bauteile, die man benötigt um das Filament produzieren zu können. Die zusammen zu bekommen kann sehr anstrengend sein. In den ersten beiden Tagen kam in den Relic Sites einfach nichts anständiges zusammen. Am ersten Tag schaffte ich es noch, eine Curious Warp Matrix BPC zu looten, aber am zweiten Tag war es – sorry für die Wortwahl – ein ziemlicher abfuck. Stundenlang eierte ich von Relic-Site zu Relic-Site und kam mir vor wie Charlie Brown, der bei Halloween an jeder Tür nur einen Stein anstelle von Süßigkeiten bekommt. Am Freitagabend hätte man mich auf keinen Fall nach meiner Meinung bzgl. des Events fragen dürfen. Ich war zu 101% angepisst. Zu viel Grind, zu wenig Loot und von Dr. Who keine Spur zu sehen. Von einem Crossover war an dieser Stelle noch nichts zu erkennen. Einzige Ausnahme: Kleine Tardis-Modelle im Loot. Yay! Meine Laune konnte man auch gut in meinem Livestream auf Twitch sehen.

3 T2 Filamente im Backofen – Neo der Großproduzent!

Aber ich bin Leid gewohnt. Also gab ich dem Event heute eine zweite Chance. Ich dockte ab, machte mich auf den Weg und was soll ich sagen? Halleluja, es sah gar nicht mal so schlecht aus. Die Sites dropten zwar meist immer noch Mist, aber hier und da war auch was nettes dabei. Vor allem mehr Filament BPC und das nicht nur T1, sondern auch endlich mal T2. Meine Stimmung stieg. Einen Skin für eine Prophecy staubte ich dann auch noch ab. Ebenfalls hatte ich zwei verschiedene Stabber Skins – einer für die Normale und einer für die Fleet Issue – wo ich aber auf den ersten Blick keinen Unterschied feststellen konnte. Der Skin sieht einfach auf beiden Stabber schei… ähhhh schön aus.

Let there be Grind Progress

Mit meiner Beute machte ich mich natürlich sofort auf den Weg nach Amarr, um den Krempel zu bauen und während ich da so saß und darüber nachdachte, wozu zum Geier dieses Event eigentlich gut sein soll, fiel mir eins auf. CCP hatte mich mit diesem Event dazu gebracht zu scannen, zu hacken, zu produzieren und zu verkaufen. Ich lernte also durch das Event etwas. Das haben die aber geschickt eingefädelt, diese Schlawiner!

Mit den T2 Exploration Filamenten machte ich mich auf den Weg und versuchte mich an den etwas dickeren Sites. Das Hacken wurde hier merklich schwerer. Fehler werden sofort bestraft und ich hatte die ein oder andere Schweißperle auf der Stirn, als ich mich durch die Nodes klickte. Von der “Rule of Six” keinen Plan und auch ansonsten voller Unwissen klickte ich mich durch die Sites und schaffte – mit Ausnahme eines Hacks – alle Sachen zu knacken und zu looten.

Alles in allem bin ich nun drei Tage dabei und habe es erst mal nur in T2 Exploration Sites geschafft. Vom Dr. Who Universum habe ich noch nichts mitbekommen, was ich sehr schade finde. Da hätte ich mir etwas mehr Verschränkung gewünscht, aber die wird man anscheinend nur in den Combat-Sites finden. Ich hatte ja schon bei Erstschlag und TwinheadGames gespickt und dort in den Combat-Sites schon ein paar bleiern im All dümpelnde Daleks und eine fliegende Untertasse entdeckt. Wenn das alles ist, was wir von Dr. Who zu sehen bekommen, bin ich ein wenig enttäuscht.

Aber ich habe ja noch nicht alles gesehen. Also schauen wir mal, was da noch so kommt. Eins kann man mir jedenfalls nicht mehr nehmen. Ich habe durch das Event gelernt, wie man scant, wie man hackt und wie man produziert. Allein das ist es schon wert.

EVE University: Hacking Guide

Ganz schön was los…

Kaum bin ich wieder in EVE Online aktiv, stecke ich auch schon wieder voll drin. Ich habe alle meine Assets bis auf meine Doctrine-Schiffe verkauft. Dann habe ich mich erst mal im Highsec niedergelassen und mir eine Raven Navy Issue besorgt. Mit der fliege ich nun regelmäßig ein paar Level IV Missionen. Nicht des Geldes wegen, sondern wegen der Entspannung. Was des Highsec-Miners Veldspar-Mining ist, ist bei mir das abendliche Level IV Gefliege.

Zwischendurch mache ich aber noch andere Sachen. So habe ich zum ersten mal die “Squirrel Fleet” der Razor Alliance ausprobiert. Dabei handelt es sich um eine “Bring was Du willst” standing Home-Def Flotte. Sie heißt Squirrel-Fleet weil die Piloten die Neuts jagen wie Hunde, die ein Eichhörnchen verfolgen. Das ganze macht ziemlichen Spaß, aber man muss da echt auf Zack sein. Wenn man – wie ich – gerne mal etwas Brain-AFK ist, verliert man flugs den Anschluss und wundert sich am Ende wo die Flotte steckt.

Mit der Wolf auf Streife. Der Neo.

Das ganze macht ganz schön Spaß. Es verirren sich halt immer irgendwelche Neuts in unser Territorium und so hat man recht schnelles PVP. Man sollte nur nicht – wie ich – ein Bier dabei trinken, denn dann verliert man ruck zuck den Anschluss. Ich dockte irgendwann meine Wolf an einer unserer Zitadellen und ließ es gut sein. Man soll ja auch nicht fliegen, wenn man leicht einen im Tee hat. Das was ich mitbekommen habe macht aber Lust auf mehr. Ich werde mich künftig gern öfter mal anschließen.

Übt das Hacken. Der Neo.

Parallel zum PVP wollte ich aber auch meine Scanning und Hacking-Skills etwas erweitern. Aus alten Tagen hatte ich noch eine Heron im 0.0 herum stehen. Was lag da näher, als mal ein paar Relic-Sites zu scannen und dann zu hacken? Ich entstaubte die Buzzard und dockte ab. Über das Menü der Agency suchte ich mir passende Sites raus und machte mich ans Werk. Das Schöne am Hacking im 0.0 ist, dass dir keiner auf den Sack geht, also ließ ich mir alle Zeit der Welt und machte mich an die Arbeit. Alles was man dabei tun muss ist, immer ein Auge auf den Local zu werfen. Schließlich will man ja nicht von einer Roaming-Gang überrascht werden.

Das Hacken habe ich noch nicht so gut drauf. Mir wurde immer gesagt, dass das Hacken wie Minesweeper spielen ist. Anscheinend bin ich aber der einzige Mensch auf dem Planeten, der nie in seinem Leben Minesweeper gespielt hat. Langsam aber sicher habe ich aber den Bogen raus. Anfangs hatte ich noch 50% Ausfalle (platzende Strukturen), aber langsam bin ich so bei 90% angekommen. Es wird also.

Die Ausbeute von 1h Dr. Who Hacking im Highsec

Das Hack-Training hat sich aber gelohnt, denn auch in Island sitzt man nicht herum. Zusammen mit der BBC hat man das EVE- und das Dr. Who Universum miteinander verschränkt und so kommt es, dass man in Form eines Events bestimmte Sites scannen und die darin befindlichen Strukturen hacken kann. Die darin gefundenen Teile kann man nutzen, um dann ein Filament herzustellen, mit dem man dann – ähnlich wie bei den Triglavian Sites – in eine Raumblasen springen kann. Dort kann man sich dann unter anderem auch auf die Suche nach Gallifrey machen und tolle Sachen abstauben. Aber Vorsicht. Das ganze geht auch mit Konfrontation. Die Daleks könnten dazwischenfunken. Aber so weit bin ich noch nicht. Aktuell sammle ich noch die Einzelteile für die Filemante.

Als Scan-Schiff nehme ich auch hier eine Buzzard. Das Fitting ist schon etwas älter, sollte seinen Zweck aber erfüllen. Das Scannen geht mir mittlerweile leicht von der Hand und auch beim Hacken werde ich immer besser. Ich bin schon auf die erste Filament Site gespannt.

Die Meinungen zum Dr. Who Crossover sind ziemlich verschieden. Auf Reddit und auf Twitter hagelte es spöttische Kommentare und das ein oder andere Meme. Die Stimmung war mitunter sehr salzig. Ich wusste am Anfang auch nicht so recht, was ich davon halten soll. Ich ließ diese Nummer mal einfach ein paar Tage sacken. Aber auch jetzt habe ich dazu keine große Meinung. Ich weiß einfach nicht, ob ich das Crossover gut finden oder es verteufeln soll. Am Ende ist es doch nur wieder ein Marketing-Gag um Werbung für Dr. Who und für EVE Online zu machen und genau DA verspreche ich mir tatsächlich was von.

EVE Online ist ein Spiel für Sci-Fi Fans. Doch die wenigsten kennen dieses Game überhaupt. Überall treffe ich auf Menschen, die Gamer sind, aber von EVE noch nie etwas gehört haben. Ich bin kein Marketing-Experte, aber ich finde doch sehr dass CCP etliche Chancen verpasst hat, EVE Online zu vermarkte. Ich rede von Werbespots. Jede dusselige Browsergame-Butze schafft es, Werbung für ihr Game im TV zu schalten. Was macht CCP? Nichts.

Die Ratting Ishtar – Ist auch einsatzbereit für ihren Einsatz im 0.0

Wo macht man am besten Werbung für ein Sci-Fi Game? Ich habe mich zum Beispiel immer gewundert, warum CCP keine Airtime auf z.B. Amazon Prime (vielleicht vor “The Expanse”) kauft, um EVE zu bewerben. Auch im Privat TV z.B. auf SYFY könnte man vor diversen Serien mal einen Werbespot schalzten. Wenn das die Browsergame-Buden schaffen, warum dann kein CCP?

Bei der Kooperation mit der BBC keimt jetzt zumindest in mir die Hoffnung, dass die BBC im Ausgleich für das Event wenigstens auf dem britischen TV Werbespots für EVE Online zeigt und das CCP darauf hin auf die Idee kommt, mit dieser Art des Marketings evtl. fortzufahren. Denn eines weiß ich: Wenn die Jungens und Mädels bei CCP eines können, dann ist es hammergeile Trailer raus zu hauen.

Ich jedenfalls würde sehr gern Werbespots für EVE Online im Linearen TV und auf den Streaming Diensten sehen und ich würde mir die sogar auch anschauen.

Alles in allem ist mein EVE Leben ganz okay. Ich knie mich nicht all zu ernst rein, habe aber meinen Spaß nach meinem Feierabend. So muss das sein. EVE ist ein Spiel und keine Arbeit. Es soll mir Spaß machen und mich entspannen und genau das tut es zur Zeit.

Eigentlich…

Sprang eigentlich sogar noch an: Neos Wolf

Eigentlich dürfte ich schon gar nicht mehr hier sein. Eigentlich sollte dieser Blog schon längst eingedampft sein. Eigentlich sollte der EVE Client nicht mal mehr auf meinem Rechner installiert sein und eigentlich sollte meine Highsec-Phoenix schon vor einigen Monden vor der Station in Vuorrassi gesprengt worden sein.

Tja, eigentlich dürfte dieser Blogbeitrag nicht existieren, denn eigentlich bin ich ein konsequenter Mensch, der sich auch eigentlich an das hält, was er sich vorgenommen hat. Eigentlich…

Wieso bin ich dann noch hier und schreibe diesen Text? Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung. Eigentlich war ich mit EVE Online fertig. Es gab für mich nichts mehr, was mich an New Eden reizte. Ich war am Ende mit dem Spiel komplett überfordert. Wenn man ein mal damit anfängt nicht mehr zu adaptieren und jede Änderung im Game penibel zu studieren, wird man irgendwann von New Eden überrollt. EVE Online wartet auf niemanden. Entweder man bleibt am Ball oder man zahlt irgendwann den Preis.

Ich resignierte. Verlor den Spaß am Spiel. Schaffte den Einstieg nicht mehr. Ich war unfähig, mich an die ganzen kleinen Änderungen zu gewöhnen. Wenn Du am Ende nicht mal mehr einen Interceptor fitten kannst, ohne dabei zu failen, wird die Sache schnell frustrierend. Ich loggte am Schluss nicht mal mehr ein. Wenn man nicht einloggt, erlebt man nichts und wenn man nichts erlebt, dann bloggt man auch nicht mehr. So kam es auch hier zum Stillstand.

Aber was macht man, wenn man nicht mehr stundenlang in New Eden unterwegs ist? Nun, ich schaute mich zum ersten mal nach anderen Games um. Das hatte ich schon eine Ewigkeit nicht mehr getan. Ich spielte Splitgate, Elite Dangerous, Call of Duty: Warzone und Forza Horizon 5. Ich entdeckte meine Lust daran, zu spielen. Nur um EVE Online machte ich einen großen Bogen. Ich fühlte mich inkompetent und unfähig dieses Spiel zu spielen. Aber aufgegeben habe ich es nie.

Meine Agenda war klar: New Eden reizt mich nicht, aber irgendwann wollte ich es noch mal versuchen. Mir Dinge beibringen. Das Game und seine Regeln neu lernen und mir nicht alles vorkauen lassen. Umgesetzt habe ich das nur nie. Die Tage, Wochen und Monate zogen ins Land. EVE Online geriet in Vergessenheit, bis dann eines Tages das Weihnachtsmining mit der G-Fleet und dem M4N auf dem Plan stand. Da wollte ich dennoch dabei sein.

Ich entstaubte Neo, loggte ihn ein und stellte fest dass er zum ersten mal seit 2008 ein Alpha-Char war. Das mittlerweile beendete Fansite-Programm von CCP hatte nun auch bei mir sein Ablaufdatum erreicht. Mein Account wurde über Jahre von CCP kostenlos geplext. Alles was ich dafür tun musste war, alle 30 Tage mal einen Blog Beitrag zu schreiben. Mit Ablauf des Fansite-Programms endete natürlich auch den automatische PLEX meines Accounts für jeweils 12 Monate. In das darauf folgende Partner-Programm von CCP hatte ich es nicht geschafft. Also: Kein kostenloser Account mehr. Ab jetzt müsste ich für das Game echte Knete auf den Tisch legen.

Ab jetzt hieß es also: Entscheidung treffen. Ist mir EVE Online so wichtig, dass ich selbe abonniere oder schreibe ich das Spiel ab und wende mich neuen Games zu? Die erste Reaktion war “Puh, okay. Der Account ist Alpha. Nun kannst Du in Frieden gehen”. Die Entscheidung war also “eigentlich” getroffen. Doch dann traf es mich irgendwie, wie ein Donnerschlag. Ich hatte auf ein mal wieder Bock drauf. Schuld daran war ein Blogpost von Rixx Javixx, dem das Geflenne der EVE-Aufhörer auf den Sack ging. Er regte sich darüber auf, dass die Leute in sämtlichen Medien erst mal in epischer Bandbreite kund tun, wenn sie mit EVE aufhören und ihre 50+ Accounts unsubben, weil CCP wieder irgend einen Mist gepatcht hat. Sein Resumee: Es interessiert keinen, wenn ihr quittet. Geht einfach, aber geht leise.

Ich stimmte ihm bei seinem Blogpost zu. Dennoch fühlte ich mich etwas getriggert. Auch wenn ich nirgends breitgetreten habe, warum ich EVE nicht mehr spielte. Ich hatte als Grund ja mein eigenes Unvermögen genannt, die ganzen Änderungen in EVE zu verinnerlichen. Dennoch fühle ich mich auch ein wenig angesprochen und war entsprechend auch ein wenig getriggert. Danke dafür, Rixx 😀

Ganz oder gar nicht. Wenn schon, denn schon! 12 Monate oder was?

Mein Mauszeiger schwebte eine ganze Weile über dem Bezahl-Button in Marquee Dragons Online Shop. Ich bin ein geiziger Typ und ich wollte keine halben Sachen machen. Also bestellte ich mir 12 Monate Omega-Zeit für Neo und aktivierte sie sofort. Ein komisches, aber auch irgendwie ein tolles Gefühl. Ich war wieder drin.

Aber was kommt nun? Weiter so herumkartoffeln wie in den letzten Jahren oder dieses mal alles richtig machen?

Meine Pläne für die kommenden Wochen und Monate: EVE neu lernen. Mir nichts mehr vorkauen und servieren lassen. Ich will EVE und seine Mechanik verstehen. Ich will selbstständig Schiffe fitten können und verstehen wie die PVP Mechaniken funktionieren. Ich werde nach all diesen Jahren durch eine harte Schule gehen dürfen. Aber das ist ja ganz allein meine Schuld. All zu lange habe ich mich darauf verlassen dass mir andere alles vorbereiten. Damit ist jetzt Schluss.

Den ersten Schritt habe ich schon getan. Ich habe mir eine Missions Raven für Level 4 Missionen zusammengebaut, die tatsächlich auch funktioniert. Hat zwar ewig gedauert, aber das Teil funktioniert. Luft nach oben ist natürlich immer. Aber ich habe es auch nicht eilig und mache schön einen Schritt nach dem anderen.

Ich habe zum Glück eine tolle Corp im Rücken, die mir mit Rat und Tat zur Seite steht. Darüber hinaus habe ich auf Twitch im Chat auch immer lustige Gesellen, die einem immer gern Tipps geben. Ich bin also auf meinem Weg nicht alleine. Auch so ein Ding, wofür ich die Community in EVE Online gern habe. Sie ist hilfsbereit.

Eigentlich… fühlt es sich auch toll an, wieder drin zu sein, in New Eden und eigentlich… war ich nie ganz draußen.

Level IV für Kaalakiota

Die Missionsplattform: Eine Raven

Lange Zeit war ich nun nicht mehr in New Eden unterwegs. Dennoch habe ich wieder ein ganz klein wenig Lust, mich in dort herum zu treiben. Der Krieg (der alte und der neue) hat mich nicht sonderlich gejuckt und ich denke auch nicht, dass sich das ändern wird. Aktuell steht mir eher der Sinn nach ganz seichter Unterhaltung in EVE Online. Da mir das Mining jedoch ein wenig zu seicht, wenn nicht sogar kurz vor der Leichenstarre ist, habe ich mich dazu entschieden, es mal mit Missionen der Stufe IV zu versuchen.

Diese Missionen war ich bislang immer in der Golem oder der Rattlesnake (mit einer Gecko) geflogen. Das war keine wirkliche Herausforderung. Man stellt sich in die Mission, schmeißt das Bastion Modul an und putzt die Gegner weg. Das macht keinen Spaß. Mit Wehmut denke ich an die Zeiten zurück, wo ich mich in meiner Raven Navy Issue in die Missionen gewagt hatte. Wo der Kampf gegen die NPC’s noch harte Arbeit war und ich hier und da auch mal die Beine in die Hand nehmen und flitzen gehen musste. Ich denke, das will ich eine Weile wieder tun. Da ich durch und durch Caldari bin, fiel die Wahl der Waffenplattform dabei leicht. Aus nostalgischen Gründen entschied ich mich für die Raven. Die Kurse für Battleships sind ja derzeit sehr frivol. Ich hoffe dennoch, eine Raven Navy Issue für einen fairen Kurs erwerben zu können.

Doch was schraubt man heuer auf so ein Ding rauf? Das letzte mal, als ich mir deswegen Gedanken machen musste, war es 2008 und damals gab es weitaus nicht so viele Möglichkeiten, eine Missions-Raven zusammen zu ferkeln. Ich rückte in jenen Tagen mit auf die Mission zugeschnittenen Hardenern, einem Shieldbooster, einem Satz Cruise Missiles und einem Targetpainter aus. In den Lowslots tummelten sich drei Ballistic Control II und ein Damage Control II. Das war es dann auch schon. Rigs gab es damals nicht.

Heutzutage sind die Möglichkeiten da viel größer, also wird mein erster Job sein, ein passendes Fitting für die Raven heraus zu fummeln. Das Fitting soll auf jeden Fall den Fokus auf Tank haben. Das geht zwar dann zu Lasten der DPS, aber Zeit spielt für die Level IV Missionen in meinem Kopf keine Rolle, da ich damit eher an einen netten Zeitvertreib, als an max. ISK pro Stunde im Auge habe. Die Missionen sollen nicht zu leicht werden, aber auch nicht so heftig, dass ich alle Nase lang die Flucht ergreifen muss.

Ich werde dafür extra einen Klon mit Crystal-Implantaten einsetzen. Diese begünstigen ja diverse Schild-Attribute und sollten helfen, die Raven Navy Issue etwas stabiler im Gefecht zu halten. Zusammengeklöppelt ist er schon, nur leider steht er im Nullsec. Bedeutet: Den muss ich auch erst mal sicher in den Highsec bekommen. Was für ein Spaß.

Ich plane, mindestens ein mal in der Woche einen Missions-Tag einzulegen und einfach für mich ein paar Level IV Missionen für Kaalakiota in Murini zu fliegen. Wenn mir das ganze Spaß machen sollte, wäre ich auch nicht abgeneigt, mein Missions-Gefliege auch mal auf Twitch zu streamen. Nicht wegen dem Fame, sondern um ein wenig Spaß mit dem Chat zu haben, während ich immer und immer wieder die selben Missionen fliege.

Einen ersten Versuch will ich am Sonntagabend starten. Das heißt, wenn ich vom Mountainbike fahren im Bikepark Winterberg nicht all zu geschafft bin. Mal schauen, ob ich bis dahin ein passendes Fitting ausgebrütet habe. Wenn alles rund läuft und ich Bock habe, werfe ich auch mal den Stream an. Vielleicht sieht man sich ja.

Willkommen an den Front

Täglich grüßt der Murmelbär.

Ziemlich überraschend erreichte mich die Nachricht, dass PAPI sich aus dem Imperium Space zurückziehen wird. Zugegeben, ich hatte den Verlauf des Krieges schon seit Wochen nicht mehr wirklich aktiv verfolgt. Mein letzter Stand war, dass man sich kurz vor dem Sturm auf 1DQ befindet. Allerdings hatte ich in den letzten Wochen auch kaum aktiv am Spiel mitgewirkt. Ich war quasi auf Langzeit-Urlaub. Eigentlich befinde ich mich da immer noch, hoffe aber durch die letzten Ereignisse wieder langsam ins Spiel zu finden.

Umso überraschter war ich, als ich die Nachrichten verfolgte. Ich habe mich ehrlich gesagt nicht tief ins Thema eingelesen um herauszufinden, warum der Krieg nun so schnell endet. Ich vermute aber, dass die meisten Piloten – genau wie ich – müde vom Krieg waren und keine Lust mehr hatten gegen das Imperium zu kämpfen. Irgendwann kollabiert halt auch die größte Koalition. Von mir persönlich kann ich sagen: Der Krieg ging mir unheimlich auf die Nerven und hat auch dafür gesorgt, dass ich nicht mehr so oft Online war. Bedingt durch die vielen Koalition die wir eingegangen sind, lebten wir in einem Blauen Donut und hatten so kaum eine Chance auf Small Scale PVP. Dies hat mitunter auch dafür gesorgt dass wir die G-Fleet temporär eingestellt haben.

Der Rückzug von PAPI sorgt für einen Zerfall der großen Koalition und somit für diverse Resets von Standings zwischen diversen Allianzen. So kam es dann, dass man mich per Discord darüber informierte, dass ein Koalitionsmeeting bevorsteht. Zeitgleich sollten wir diverse Schiffe in unser Stagingssystem verlegen. Es war also etwas im Busch. Ich hatte schon wochenlang nicht mehr aktiv Eve Online gespielt. Nun war es anscheinend an der Zeit, mal wieder aktiv am Geschehen teilzunehmen. Neugierig loggte ich mich ein.

Das Koalitionsmeeting begann und die ersten 35 Minuten verstand ich erst mal gar nichts. Das lag nicht daran, dass ich einfach zu dumm war zu kapieren was da gesagt wurde. Es hatte den Grund, dass Konstantin die ersten 35 Minuten alles auf Russisch erzählte. Kein Wunder, die FI.RE Coalition ist schließlich größtenteils mit Russen besetzt. Die englische Übersetzung folgte direkt darauf. Sie dauerte knapp 15 Minuten.

Es gibt einen neuen Krieg. Wie toll, komme ich doch gerade erst aus dem langweiligen und nicht enden wollenden Krieg. Da ist ein neuer Krieg genau das, was ich gerade brauchen kann. Zuerst war ich echt frustriert. Wieso sollte man Bock auf einen Krieg haben, wenn der vorherige so ermüdend war, dass man mit dem Game aufgehört hat? Dann hörte ich aber die Details und wurde hellhörig. Dieser Krieg soll die Moral heben und den Leuten vor allen Dingen eines bieten: Content! Nach den TiDi und Lagfest Fights der letzten Monate soll dieser Krieg endlich das bringen, worauf jeder PVP Pilot sich am meisten Freut. Anständige Kämpfe, kein Lag, kein TiDi und vor allem keine monströsen Flotten. Das klingt erst mal Klasse.

Unser Kriegsgegner ist Wrecking Crew. Ich muss zugeben, die kenne ich nur vom Namen her. Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich sonst nicht großartig für Politik interessiere. Deswegen: Bitte verzeiht mir, wenn ich über die Leute nicht viel sagen kann. Ich hoffe jedenfalls, dass unsere Auseinandersetzung mit Wrecking Crew uns ein paar entspannt coole Wochen und Monate Content liefert. Und zwar für beide Seiten.

Ob mich das Ganze kontinuierlich hinterm Ofen hervorholen und dafür sorgen wird, dass ich wieder mehr EVE Online spiele, kann ich zur Zeit noch nicht sagen. Ich werde mir das ganze anschauen und wenn es mir zusagt, werde ich fleißig mitmachen. Sollte mich die Sache langweilen, werde ich das tun was ich zur Zeit tue: Call auf Duty: Warzone spielen.

P. S.: Ich weiß, ich schulde euch noch den Bericht vom Schweine Camp 2021. Den werde ich in den kommenden Tagen nachlegen.

Update: 25.08.2021 @14:10 Uhr: Typos korrigiert. Ich habe das ganze mit Spracherkennung diktiert. Die kannte aber das ein oder andere Wort noch nicht und ich Schlumpf habe danach nicht noch mal drüber geschaut. Man kennt mich ja.

Was lief hier schief?

Ein Wichtigtuer legt sich auf die Couch: Der Neo.

Rückblick
Warum spiele ich EVE Online? Diese Frage habe ich mir in den letzten fünf Wochen fast jeden Tag gestellt. Es ist in den letzten Monaten nicht so gut für mich gelaufen. In den letzten Wochen habe ich dann EVE Online nicht mal mehr gespielt. Was war das Problem und war das meine Schuld? Ich musste es heraus finden. Ich nahm mir etwas Zeit, um darüber nachzudenken was in der letzten Zeit alles falsch gelaufen ist und was der Grund dafür sein konnte. Doch zunächst etwas “Geschichte”, damit Ihr versteht, woher ich komme und wieso alles so kam, wie es gekommen ist.

Der Anfang
Als ich mich ihm Jahre 2006 dafür entschieden hatte, es mal mit diesem “EVE Online” zu versuchen, wusste ich nicht, was auf mich zukommen würde. Ich wusste nicht, welche Reise ich antreten und wie viel meiner Freizeit sie in Anspruch nehmen würde. Ich war nicht der klassische MMO-Spieler. Ich hatte nur Erfahrungen im spielen von 1st Person Shootern und Autorenn-Spielen. Es war höchst unwahrscheinlich, dass ich bei EVE Online bleiben würde. Ich würde wie eine Sternschnuppe kurz mal am Himmel von New Eden aufleuchten und dann wieder verglühen.

Aber wie sagt noch die Textzeile eines mir bekannten Songs? “Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt”. So verbrachte ich dann schließlich 15 Jahre in New Eden und es war eine gottverdammte Achterbahnfahrt, mit vielen Höhen und Tiefen. Mit viel Spaß, viel Angst und auch viel Wut. Damit hatte ich damals nicht gerechnet. Ich begann als kleiner Newbie und naja, was soll ich sagen? Ich bin heute, 15 Jahre später, immer noch ein kleiner Newbie. Ich spielte das Spiel nicht primär des Spiels wegen. Der Grund waren eher die Leute, mit denen ich es spielte und die es spielenswert machten.

Der Blogger
Irgendwann kam auch noch das bloggen dazu. Das war eigentlich eher ein Unfall, denn ich hatte nie vor in echt zu bloggen. Schon gar nicht über EVE Online. Ich wollte eigentlich nur mal dieses “Wordpress” ausprobieren. Ich hatte es auf meinem kleinen Server installiert und mich damit vertraut gemacht. Der Test-Blog brauchte aber ein Thema. Was lag da näher, als über dieses neue Spiel zu schreiben, welches ich seit ein paar Wochen spielte. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass den Mist jemand findet und auch noch liest. Ich hatte den Blog nirgends beworben und dass ihn jemand gefunden hatte, bemerkte ich erst, als ich irgendwann Kommentare unter meine – damals sehr kurzen – Blogbeiträge bekam. Die Leute lasen mein Zeug und sie fanden es anscheinend gut. Trotz der einen oder anderen Rechtschreibschwäche schaffte ich es, einen halbwegs lesbaren Blog zu betreiben und das fing an, echt Spaß zu machen.

Das Bloggen und das gemeinsame EVE spielen und das allabendliche Geschwätz auf Teamspeak zementierten mein Dasein in EVE Online. Aus Bekanntschaften wurden zum Teil langjährige Freundschaften. Ich fuhr auf EVE Online Spieler-Events und wurde auch so sehr langsam ein Teil der “Community”. Im Spiel selbst war ich eher der Durchschnitt. Ich tat mich nicht durch sonderlich geile Taktiken im Game oder Fitting-Künste hervor, aber das wollte ich auch gar nicht. EVE Online war für mich schon immer so etwas wie die Plattform, auf der ich mit meinen Freunden etwas gemeinsam machte.

Irgendwann wurde mein Blog als Offizielle “Fansite” von CCP aufgenommen. Der Benefit war, dass mein Char kostenlos durch CCP geplext wurde. Das war der Ritterschlag. Anscheinend war das, was ich hier verzapft hatte, etwas für CCP wert. Ich war stolz wie Oskar. Mit mir zusammen erreichte auch mein langjähriger Weggefährte und RLFreund – Arame Azur – mit seinem Blog “Warp2Sun” den Fansite-Status. Das war schon was und man wurde automatisch ein bis zwei Zentimeter größer. Nun begann auch die Zeit, in der ich auf anderen Blogs genannt oder verlinkt wurde. Ich wurde langsam durch meine Aktivitäten in der “Szene” bekannt. Das ganze gipfelte, als mein Blog von CCP Guard in der o7 Show vorgestellt wurde. Ich wäre vor Stolz fast vom Stuhl gekippt.

Comunity-Flotten
Als ich noch klein war und nur einen Battlecruiser fliegen konnte, nahm mich ein Kollege immer mit auf Level IV Missionen. Damals wechselten die NPC noch nicht mitten in der Session das Ziel und so konnte er die Stage-Aggro komplett auf sich ziehen, während ich Standing und ISK farmen konnte. Diese zeit war toll, da ich als Noob recht schnell an ISK, LP und Standing kam. Diese Idee reifte dann zum “Missionrunning 4 Noobs”, einem wöchentlichen Event, bei dem neue Piloten von Veteranen mit auf Level IV Missionen genommen werden, um ISK, Standing und Loot zu farmen. Das Ding wurde ein Dauerbrenner und erfreut sich noch heute einer großen Fanbase.

Durch das Event wurde aus unserer damals 5 Mann umfassenden Truppe, bestehend aus einem Haufen Feierabend-Gamern schnell eine 150 Mann Vollzeit-Armee, mit Strukturen und Assets, die es zu verwalten gab. Aus Spaß wurde ernst, denn die Corp fing an sich zu entwickeln und irgendwann, als man entschied im Wurmloch zu leben, war es an der Zeit, sich zu trennen. Ich verlies meine Freunde und hatte mein erstes EVE-Tief. Ich raffte mich auf und suchte nach neuen Zielen. Wenn man nach so vielen Jahren plötzlich EVE wieder allein spielt, ist das erst mal unfassbar schwer. Keine vertrauten Stimmen mehr auf Teamspeak und keine gemeinsamen Aktivitäten mehr. Ich war allein und auf der Suche nach neuen Zielen. Dabei war ich mir nicht sicher, was ich eigentlich wollte.

Noch mal von vorn
Nach einem kurzen Gastspiel bei Zero T0lerance gründete ich dann meine eigene Corp namens “Schweine im Weltall GmbH”. Es war ein Experiment. Würde sich das wohlig warme Gefühl der letzten Jahre auch mit völlig neuen Leuten erneut einstellen? Würde es mich wieder mitreißen? Ich hatte meine Zweifel und insgeheim richtete ich mich schon mal auf meinen Abschied ein. Ich hatte Glück, denn die Schweine im Weltall GmbH war ein Selbstläufer. Die Truppe, die sich um mich versammelt hatte, war mein Rettungsanker. Ohne sie wäre ich damals sang und klanglos verschwunden.

Mit der neuen Corp kam auch dann gleich das neue Event. Das “M4N” hatte ich bei der EMSI und somit in den Händen von Jared Lakin gelassen. Es war ein EMSI-Ding. Das konnte ich unmöglich mitnehmen. Aber was sollte ich nun tun? Noch eine Missionen-fliegende Truppe als Konkurrenz aufbauen? Das war lahm. Stattdessen wurde die “Noob-Fleet” daraus. Sie hatte keinen Fokus auf Missionen, sondern sollte auch die Bereiche Mining, PVP und Workshops umfassen. Das Event erfreute sich ebenfalls einer großen Beliebtheit und dank CCP Phantom landete die Noob-Fleet des Öfteren als Tipp auf dem deutschen EVE Launcher. Dies bescherte uns Flotten, die so groß waren, dass wir zum Teil mehrere FC’s einsetzen mussten, um das zu kompensieren. Hach, es war eine wunderschöne Zeit.

Streaming
Irgendwann kooperierten wir mit dem M4N der EMSI und erfanden irgendwann das “Weihnachts-Mining”. Kurz vor Weihnachten kamen beide Community-Flotten zusammen, minerten ein paar Systeme leer und es wurden Spenden eingesammelt, die dann an die Teilnehmer verschenkt wurden. Das Ding ging durch die Decke. Die Spenden durchschlugen all unsere Erwartungen und nebenbei konnte man den ganzen Kram auch noch live auf Twitch sehen. Ich hatte das Streaming für mich entdeckt und ab da wurde ich größenwahnsinnig.

Es haben sich schon einige bekannte EVE-Blogger als Streamer versucht. Keiner von denen ist heute noch im Streaming-Geschäft. Die meisten hat es schon nach wenigen Wochen dahin gerafft. EVE-Content zu generieren ist sehr schwer. Dazu muss man schon echt was liefern. Wieso sollte ich mir das antun und wieso sollte das bei mir anders laufen, als bei all den anderen, die gescheitert waren?

Ich hatte keine Ahnung. Am Anfang wollte ich eigentlich Twitch nur nutzen, um mehr Reichweite für die mittlerweile in “G-Fleet” umbenannte “Noob-Fleet” zu generieren. Ich hoffte auf diesem Weg die “Bubble” zu durchbrechen und mehr Piloten in die Flotte zu bekommen, denn seitdem CCP sein deutsches Community-Team entsorgt hatte, gab es keine Launcher-Einträge mehr für das M4N und die G-Fleet. Es musste also Werbung gemacht werden.

Ich hatte keinen großen Fokus auf das Streamen. Jede Woche Freitag streamte ich die G-Fleet und das egal wie langweilig der Content war. Du weißt dass Du die Kontrolle über Dein Leben verloren hast, wenn Du am Freitagabend per Stream einer EVE Online Flotte beim Mining im Highsec zuschaust. Aber was soll ich sagen? Es bildete sich eine kleine, aber sehr feine Community auf meinem Kanal und so wurde das Streaming immer wichtiger und ich irgendwie immer arroganter. Mit der Zeit bildete ich mir echt ein, guten Content im Stream zu liefern. Aber eigentlich habe ich nur den Pausenclown gemimt, während alle mir dabei zuschauen konnten, wie inkompetent ich eigentlich in EVE war. Ich brauchte eine Zeit, um das zu verstehen. Aber zunächst brauchte ich erst mal zwei Tritte in die Kronjuwelen, um den Denkprozess auch in Marsch zu setzen. Ich bin da nicht ganz so schnell.

Kein Partner
Im letzten Jahr wurde das – recht angestaubte – Fansite Programm von CCP eingemottet und durch das neue Partner-Programm ersetzt. Die Aufnahmekriterien dafür hatten es in sich. Sie würden auf jeden Fall die Spreu vom Weizen trennen. Als leicht arroganter Blogger/Streamer mit Ambitionen auf den Olymp der EVE-Fluencer war ich mir todsicher, dass ich auf jeden Fall dabei sein würde. Schließlich war ich schon ein Jahrzehnt lang im Fansite Programm. Was sollte da schon schief gehen? Schließlich war ich einer der Stars in der deutschen EVE-Blogosphäre. Also habe ich mal flugs eine Bewerbung hin geferkelt und den Schampus kalt gestellt. Auf meinem Thron würde ich im Hermelin sitzen und dabei zuschauen, wie die anderen sich abstrampeln, um ebenfalls Partner zu werden.

Oh Junge, sollte ich falsch liegen. Ich bekam nach Wochen eine Absage und verstand die Welt nicht mehr. War mein Premium-Content es etwa nicht wert, gepartnert zu werden? Wie konnten sich diese Strickpulli tragenden, Mittelaltersprache sprechenden Isländer anschicken, mir so vor den Koffer zu scheißen?

Erbost und völlig in Rage tippte ich mit dem Mittelfinger folgenden Blogbeitrag. Damals hielt ich das für einen Fehler bei CCP. Die hatten sicher einen Fehler gemacht. Ich hatte ja sowas von keine Ahnung. Wenn man in seiner eigenen Bubble lebt, kann es schon mal vorkommen, dass man sich für den Größten hält. Das Problem an der Sache war, ich wusste es nicht besser und sollte noch Monate in dieser Bubble verbringen, bevor mich dann die Einsicht erreichen würde.

Trotzphase
Wie jedes beleidigte Kind, hatte auch ich erst mal meine Trotzphase. Wer braucht schon CCP? Wenn die meine Genialität und meinem Premium-Content nicht zu schätzen wissen, dann mache ich halt ohne die weiter. Was soll ich schon mit 500 PLEX und Skins, wenn ich dafür alle drei Monate “Zahlen” melden muss, um im Partner-Programm zu bleiben? Mit dem Mittelfinger gen Island gereckt machte ich weiter und legte dabei den Fokus auf eine höhere Blogpost- und Stream-Rate. Die Isländer hatten doch vom deutschen Markt und seinen Möglichkeiten eh keinen Plan. Bald würden sie ihren Irrtum einsehen und mich reumütig in das Partner-Programm bitten. Da war ich mir ganz sicher. Ich Depp. Wie kann man nur so arrogant sein?

Ich kotzte das Internet auf allen erdenklichen Kanälen mit Schrott-Content voll, ohne dabei im Blick zu haben dass ich damit auf Quantität und nicht mehr auf Qualität setzte. Qualität nicht im Sinne von Rechtschreibung, sondern von Originalität. Meine Blogposts zeichnen sich nicht dadurch aus, dass sie fachlich korrekt und von der Grammatik her einwandfrei sind. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie – wie ich meine – witzig und mit einem zwinkernden Auge verfasst sind. Genau das blieb aber bei mir massiv auf der Strecke. Das war ein mal mein Markenzeichen und das gewesen, was mich von anderen Bloggern abgrenzte.

Aus dem netten Dulli, der ab und an mal einen lustigen Text raus wemmst, wurde die Schrott-Content spammende Nervensäge. Auf diese Phase bin ich – zurückblickend – gar nicht mehr stolz.

Die Einsicht
Nach der Trotzphase folgte dann eine Phase der Ruhe. Nach der zweiten Absage durch CCP für das Partner-Programm machte ich noch ein paar Wochen weiter und kühlte dann langsam wieder ab. Ich stellte meine ganze Präsenz in EVE Online auf den Prüfstand. Spielte ich das Spiel für den Partner-Status? Spielte ich es für den Fame auf Twitch? Spielte ich es etwa, damit man mich in der Community als jemanden sieht? Musste ich in EVE irgendwie wichtig sein? Musste ich denn überhaupt irgendwie wichtig sein? Die Antwort war: Nein, Nope und Нет.

Dies waren alles falsche Gründe. Ich sollte EVE spielen, weil es mir Spaß macht. Nicht, damit mich andere Feiern.

Den meisten Spaß an EVE habe ich, wenn ich es mit meinen Freunden zusammen spiele. Dazu muss ich nicht streamen, nicht bloggen und keine Community-Flotten führen. Ich muss es einfach nur mit meinen Corpmates spielen.

Ich hatte den Fokus verloren, hielt mich für zu wichtig und brauchte einige Zeit, um zu verstehen, was hier eigentlich falsch lief. Ich hatte EVE in den letzten Monaten aus den Falschen Gründen gespielt und das hatte dafür gesorgt, dass mich das Spiel und alles drumherum auch irgendwie frustrierte.

Ich hatte nun knapp fünf Wochen Zeit, das zu überdenken und bin nun der Meinung, dass ich weiß, wie ich in Zukunft EVE spielen möchte. Ich möchte es wieder so spielen, wie damals. Ich möchte darüber schreiben, wenn sich etwas ergibt, über das ich auch schreiben möchte. Ich werde streamen wenn ich der Meinung bin, dass es einen Mehrwert hat. Ich werde nicht mehr Content ins Internet kotzen. Die Frequenz, mit der ich Content generiere wird massiv abnehmen, aber dafür qualitativ besser sein. Damit disqualifiziere ich mich endgültig und mit voller Absicht für das CCP Partner-Programm. Die Anforderungen dafür kann und möchte ich nicht erfüllen. Das überlasse ich den Profis, die Tag für Tag auf Twitch Premium-Content und auf ihren Blogs fehlerfrei getippte und korrekturgelesene Texte veröffentlichen.

Ich bin nur ein Dude, der ab und an mal was schreibt und vielleicht mal etwas streamt.
Aber vor allem anderen bin ich ein Dude, der das Spiel spielt, weil er Bock darauf hat.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen entschuldigen, die ich in den letzten Monaten mit meinem Content überflutet und genervt habe. Vielen Dank auch an Exeler0n, welcher mit DIESEM lesenswerten Blogbeitrag eine Nachricht zwischen den Zeilen gesendet hat, die bei mir angekommen ist. Ich fühlte mich sehr angesprochen.

Zukunft
Was kann man also hier in Zukunft von mir erwarten? Wenn ich Euch eines garantieren kann dann ist es definitiv unprofessioneller Content (auf jeden Fall) mit Rechtschreibfehlern. Aber das was er orthografisch vermissen lässt, wiegt er mit Liebe wieder auf. Meine Blogbeiträge werden seltener werden, aber dafür wieder so geschrieben sein, wie man es von mir, vor meiner Größenwahn-Phase gewohnt war. Es werden lustige Schwänke und auch gern mal was peinliches aus meinem EVE-Leben werden. Das Professionelle, trockene und fachlich korrekte Geblogge und Gestreame überlasse ich den Profis und den Partnern.

Es wird auch den ein oder anderen Twitch-Stream auf meinem Kanal geben. Aber ich werde nicht mehr jeden Scheiß streamen. Wenn ich streame, dann wird es einen Grund, wie zum Beispiel ein PVP-Event geben. Die Zeiten, wo ich des Streamens willen gestreamt habe, sind vorbei. Keiner will mir beim Level IV oder beim Mining zuschauen. Das würde ich ja selbst nicht tun.

Die Community und ich
Ich werde mich aus der Community-Arbeit größtenteils zurück ziehen. Ich habe durch mein RL eine begrenzte Zeit in EVE Online zur Verfügung und da soll der Fokus in Zukunft bei meiner Corp und unsere Aktivitäten im 0.0 liegen. Die G-Fleet wird in unregelmäßigen Abständen stattfinden. Zu lange hat sie meine Freitagabende eingenommen. Das soll flexibler werden. Wir werden eine G-Fleet veranstalten, wenn es sich lohnt. Im “G-Fleet.de” Kanal werden wir informieren wann eine G-Fleet stattfindet und welches Thema sie haben wird.

Das war es auch schon für heute. Es tut gut, sich das ganze mal von der Seele zu schreiben und sich auszukotzen. Ich freue mich auf den “Reset” und vor allem freue ich mich auf meine EVE-Freunde. Ich hoffe, Ihr seid beim Lesen nicht eingeschlafen. Wir sehen uns im Space.

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