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Guide: EVE unter Linux

Im Jahre 2019 habe ich von Windows 10 auf Linux gewechselt und bin seitdem ein glücklicher Linux-Benutzer. Windows 10 vermisse ich gar nicht mehr und mit Windows 11 möchte ich mich gar nicht erst beschäftigen. Wenn man allerdings unter Linux spielen möchte, muss man über die ein oder andere Hürde springen. Aber keine Panik: Fast alles ist machbar. Auch das spielen von EVE-Online.

Gerade für das Gaming unter Linux empfiehlt sich POP OS von System 76, da es alles schon vorinstalliert hat, was das Gamerherz so benötigt. Es kann jedoch auch jede andere Distribution genutzt werden. Ich bin seit ca. zwei Jahren sehr zufriedener POP OS Nutzer. Frischen Windows-Umsteigern würde ich diese Distribution ans Herz legen.

Die Installation von EVE Online war ein ziemliches Gefummel. Prinzipiell gab es zwei Möglichkeiten. Entweder man verwendete einen Linux Launcher von CCP Snorlax. Dieser war ein Abfallprodukt des Mac Launchers, welcher ebenfalls unter WINE ausgeführt wurde. Seitdem der Mac aber einen eigenen nativen Client hat, benötigt man kein WINE mehr und so ist dann auch der Linux Launcher verwaist. Er war ohnehin nie ein offizielles CCP Produkt. Um EVE Online mit dem Linux Launcher spielen zu können, musste man aber dann noch manuell WINE, DVXK etc. ans laufen bekommen, was ab und an ein ziemliches Gefummel war.

Manchmal geht es so einfach…

Alternativ konnte man EVE Online über Lutris.net installieren. Dort bekam man quasi alles fertig verpackt per Mausklick geliefert. Nachteil: Manchmal fliegt einem alles um die Ohren. So geschehen letztes Jahr, als ein Launcher Update den Launcher platt machte und er nicht mehr unter Lutris mit WINE lief.

Eine lange Zeit war also die Fummel-Installation mit dem Linux-Launcher, WINE und DXVK die einzige Möglichkeit EVE zu spielen. Es war aber nur eine Frage der Zeit, bis ein Update den mittlerweile verwaisten Linux-Launcher von CCP Snorlax lahm legt. Irgendwann war es so, dass man kein Login Interface mehr sehen konnte. Stattdessen rotierten die CCP Logo-Bälle im Linux Launcher munter vor sich hin. Man konnte nichts mehr anklicken und somit auch nicht mehr einloggen. Es musste also eine Alternative her. Somit waren beide Versionen am Ende. Die Lutris Installation und die Linux-Launcher-Installation waren beide dem Tode geweiht. Die Alternative heißt: Steam von Valve.

Steam verwendet “Proton”. Ein Pendant zu WINE. Proton wird sehr gepflegt und ist immer up-to-date. Das Ausführen von EVE Online per Proton ist absolut kein Problem und man muss vor allem nicht mehr “fummeln”.

Alles was ihr zur Installation von EVE Online unter Steam benötigt ist ein funktionelles Linux Betriebssystem und einen Steam-Client mitsamt einem Steam-Account. Keine Sorge: EVE Online kann man kostenlos auf Steam herunterladen.

Schritt 1: Steam Einstellungen

Wie kam ich eigentlich auf Steam? Nun, ich erinnerte mich dass EVE Online auch via Steam verfügbar ist. Unter Windows ist das kein großes Ding. Da ich aber schon mit Steam unter Linux sehr gute Erfahrungen gemacht hatte, dachte ich mir “Warum eigentlich nicht?”. Andere Games wie Cyberpunk 2077, Elite Dangerous und viele andere Titel laufen dank Proton total sauber unter Linux. Wieso also nicht auch EVE Online? Dank Proton sollte das kein Problem sein.

Als erstes muss man jedoch in Steam die Option einstellen, dass alle Titel per Steam Play mit “Proton Experimental” ausgeführt werden. Das geht über die Einstellungen. Wenn man diesen Haken gesetzt hat, kann man EVE Online im Shop kostenlos herunterladen, ohne dass man die Meldung bekommt, dass der Titel für die falsche Plattform wäre.

Schritt 2: Eigentschaften von EVE Online

In den Einstellungen zu EVE Online (Rechtsklick auf EVE Online und dann auf Propertys klicken) setzt ihr einfach unter dem Menüpunkt “Compatibility” die Checkbox “Force the use of a specific Steam Play compatibility tool” auf gecheckt. Dieser Schritt ist zwar nur optional, aber Proton Experimental ist meiner Erfahrung nach der aktuell beste Runner für die Games. Ich starte alle meine Steam Games mit Proton Experimental. Bislang ohne Probleme.

EVE Online Launcher per Steam gestartet

Danach könnt ihr EVE Online einfach aus Steam heraus starten. Jeder Steam Account legt euch auch automatisch einen neuen EVE Account mit eurer Steam ID an. Ich habe den einfach so stehen lassen und nicht benutzt. Stattdessen habe ich Neovenator und Kel Rashem manuell hinzugefügt und dann das Game vom Launcher aus gestartet.

Bamm – EVE Online ohne Fummelei auf 100FPS

Das Ergebnis: Ein total ruckelfreies EVE Online mit allem Zipp und Zapp und ganz ohne Fummelei. Proton macht einfach einen geilen Job und dank des Steamdecks von Valve, welches ja unter Linux läuft, wird es auch schön fleißig weiter entwickelt. Nach all dem Stress der Fummel-Installationen über Lutris und mit dem Linux-Launcher ist das über Steam echt eine erfrischende und tolle Sache. Dass ich da nicht eher drauf gekommen bin. Unfassbar dass manchmal die ganz leichten Dinge direkt vor der eigenen Nase liegen.

P.S.: Man muss nicht unbedingt Steam verwenden. Man kann Proton auch nativ nutzen. Ich habe mich allerdings mit der nativen Nutzung von Proton noch nicht auseinandergesetzt. Da ich all meine Games – mit Ausnahme von Star Citizen – unter Steam laufen habe, juckt es mich aktuell auch nicht in den Fingern, es mal mit Proton ohne Steam zu versuchen.