Ich gehe nicht mehr zurück!

Seit Dezember zu 100% auf Linux unterwegs. Der Neo.

im Dezember 2019 startete ich ein Experiment. Ich wollte mal schauen, ob sich Linux als 100% Ersatz für Windows eignet. Ich hatte im Black-Friday Sale günstig zwei Samsung 970 EVO mit jeweils 500GB ergattert. Es war also noch Speicherplatz da.

Anfänglich war ich skeptisch, hatte aber nichts zu verlieren. Ich verfüge über profundes Linux-Halbwissen und dachte „Hey, was kann da schon schief gehen?“. Also los, rein ins Getümmel und los geht’s.

Die wichtigste Voraussetzung war: EVE Online muss mit allen Details auf HIGH ruckelfrei unter Linux mit 100FPS laufen. Funktioniert dies nicht, ist der Ofen sofort aus. Bei einer GTX1080 und einem I7 7700 erwarte ich das einfach. Unter Windows habe ich damit keine Probleme.

EVE Online, Discord und Teamspeak – Kein Problem

Meine ersten Versuche waren nicht von Erfolg gekrönt. Doch nach einigem hin und her, habe ich die richtige Lösung gefunden. Ubuntu 18.04 mit den proprietären Nvidia-Treibern 440, Wine 5 und DXVK. EVE Online wurde mit den perfekten Einstellungen für DXVK über Lutris installiert.

Auch die Installation von Discord und Teamspeak stellte mich vor keine großen Hürden. Ich war ruckzuck -was EVE angeht- wieder eindsatzbereit.

Nun bin ich zum Glück kein Mensch, der außer EVE Online noch andere Spiele spielt. Das macht den Umstieg recht leicht. Die meisten Games bekommt man aber trotzdem über WINE ans laufen, aber eben bei weitem nicht alle. Außer EVE Online habe ich noch Trackmania Nations von Nadeo auf der Platte. Weitere Spiele habe ich erst mal nicht am Start. Das macht den Umstieg von Windows auf Linux natürlich recht einfach.

Zur Grafikbearbeitung meiner Bilder nutze ich GIMP, an den ich mich, ehrlich gesagt, erst gewöhnen musste. Zum schneiden von Videos nehme ich nach wie vor Avidemux, welches es auch schon unter Windows gibt.

Mein Ubuntu Desktop im Mac Style bei 3440×1440 Pixeln

Gesurft wird mit dem Firefox (ausgestattet mit Adblock Plus und dem Facebook-Container) und die Mails werden im Thunderbird abgearbeitet. Videos werden mit VLC abgespielt. Die üblichen Tools, wie Filezilla, Teamviewer und dem VMWare Player gibt es unter Linux auch.

Anfänglich hatte ich Windows 10 noch auf einer zweiten SSD. Ich nutzte es u.a. um noch ein wenig Need 4 Speed zu zocken und von dort auch EVE zu streamen. Seitdem ich aber OBS Unter Linux fehlerfrei am laufen habe und NFS auch nicht mehr so rockt, habe ich die Windows Partition nicht mehr gestartet. Seit dem liegt die SSD quasi brach und könnte für etwas anderes genutzt werden.

Selbst meine Hardware (Logitech Craft Tastatur, G933 Headset und G502 Lightspeed Maus) lassen sich problemlos mit entsprechenden Linux Tools konfigurieren. Keine lästige Logitech-Software mehr, die immer nach Hause telefoniert und einem ungewollte Updates installiert.

EVE Online. Alle Details auf HIGH. 100FPS im Window Mode auf 3440×1440.

Ich muss ganz ehrlich sagen, ich vermisse Windows aktuell so gar nicht. Ich bin nun im dritten Monat auf Ubuntu unterwegs und erfreue mich tatsächlich sehr an der neuen Freiheit.

Sicher, manche Dinge sind schwierig und sehr fummelig, wenn man Dinge machen möchte, die unter Windows ganz easy sind, aber wenn man sich ein mal „reingefummelt“ hat, macht Linux richtig Laune.

Man muss ein wenig Affinität für die Shell und die Linux-Architektur mitbringen und sich frei von dem Gedanken machen, dass dort alles so läuft, wie es unter Windows der Fall ist. Im Endeffekt muss man der ganzen Sache offen gegenüberstehen. Dann fluppt es auch.

Der Auslöser, mich von Windows los zu sagen, war damals ein Artikel auf heise.de, in welchem stand, dass man bei der US Version von Windows 10 ab Version 1909 ein Microsoft-Konto zur Installation von Windows benötigt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis man auch in der EU kein lokales Konto mehr anlegen können würde.

Die FPS auf Interval-One können sich sehen lassen.

Heute erschien dann der passende Artikel, zu meiner Vermutung, auf heise.de. Wenn man die Version 1909 komplett neu installiert, wird man nun auch in Deutschland zu einem Microsoft-Konto bei der Installation gezwungen. Das kann man nur mit diversen Tricks umgehen. Ich bin mir sicher, auch diese Tricks wird Microsoft in Zukunft abstellen. Ab dann ist man als Windows-Benutzer an ein Microsoft-Konto in der Cloud gebunden. Viel Spaß.

„Die Hundeleine wird enger“, schrieb jemand passenderweise im heise.de Forum. Schon als Microsoft das Update von Windows 7 auf 10 für umme anbot, ahnte ich, dass wir den preis dafür noch eines Tages zahlen würden. Ich vermute, jetzt ist die Zeit gekommen, in der meine Vermutung wahr werden wird.

Mich juckt es nicht mehr. Ich bin mit meinem Linux recht glücklich. Die einzige Frage, die mich noch umtreibt ist, was ich am besten mit der zweiten Samsung 970 EVO anfangen soll. Soweit ich weiß, kann ich sie wohl nicht so einfach als Raid0 mit meiner Linux Evo verbinden, ohne dass ich alles neu installieren muss.

Na mal schauen. Aktuell frisst sie ja kein Brot.

1 Kommentar

  1. 🙂 mir ging es ähnlich, aber beiets ca. 1994.. 🙂 nach einem Trip über OS/2, was ich auch wirklich sehr cool fand, bin ich über Slackware, Suse, diverse andere letztlich ubuntu nun seit ca. 4 Jahren bei bei mint gelandet und vermisse Windows absolut überhaupt gar nicht. nur wie ich draftsight unter linux starte, das weiß ich noch nicht. Diese Helden haben die linux Version mit V19 abgestellt, wie kann man nur so schlau sein.

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